Das Mamba Projekt

Nachdem ich heute wieder aufgrund fehlenden funktionsfähigen elektrisch fahrbaren Untersatzes meine zwei Besucher auf einem 47er Damenrad 35 km durch die Lande begleiten musste, hier jetzt der ernsthafte Versuch – zumindest für die kommenden kalten Winterabende – „meinen zwei immerewigen  Prototypen“
für die kommende Saison das elektrische Fortbewegen permanent beizubringen.

Dafür habe ich mir als Evaluierungs- Projekt einen ehemaligen Eigenbau- Controller – der jetzt im gewissen Maß semi-kommerziellen Charakter entwickelt hat – auserkoren.

Quelle: Das Mamba Projekt

Technische Daten des Controllers:

  • Kennfeldsteuerung
  • Block- oder Sinuskommutierung
  • Rekuperationsfähig
  • mit oder ohne Hall-Sensoren betreibbar
  • Unterstützt 24/36/48V Technik
  • geringe Ruhestromaufnahme
  • Atmega328pb („Arduino“)
  • Bluetooth (um den Controller via Smartphone zu parametrisieren)
  • 6W Ausgang für Beleuchtung oder Smartphone
  • 12V Ausgang schaltbar
  • Anschlüsse für
    • Bremse – 2-polig – schaltet den Motor ab und die Reku ein
    • Stufenschalter
    • Display
    • Speed Sensor – 3-polig
    • on/off switch – 2-polig
    • Betriebs-LED – 2-polig
    • PAS Sensor – 3-polig
    • Gasgriff – 3-polig
    • Hall-Sensor – 5-polig
    • 12V permanent – 2 polig
    • 12V geschaltet – 2-polig – beide zusammen max 4-5W
    • Motor-Temperatur – 1-polig (aktuell nicht in Verwendung, für Pioniere)
    • Assist – Mode – 4-polig (aktuell nicht in Verwendung, für Pioniere)
    • Formfaktor (LxBxH) 105x65x35

 

Software:
EBIKE App

FAQ:

  • Welches Signal möchte der Speed-Eingang?
    – einen Low-Puls pro Umdrehung.
  • Wie finde ich raus, wieviel Magnetpole mein Motor hat, ohne ihn zu öffnen?
    – Im Diagnostik-Screen gibt es ein Feld „Commutation Count“. Einmal das Rad 360° durchdrehen, die Differenz der beiden Werte ist die Zahl der Magnete. Diese ist nur für DD-Motoren von Bedeutung und wird dann für die Berechnung der Geschwindigkeit herangezogen. Speed-Sensor ist dann nicht nötig.

Das Baltikum – Eine Reise die ist lustig…

Eigentlich wollte ich nicht mehr schreiben.

Aber vielleicht ist das die letzte große Radreise die ich so unternehme, also schreibe ich mal wieder.

Ich möchte hier auch noch kurz auf Phils Reiseblog hinweisen, er ist gerade mit dem Rad in Indien unterwegs, das lässt uns dagegen wie Bodensee-Weltumradler aussehen 😉 Link zu Phils Blog: Phils Blog

Und so nebenbei kann ich für alle Radfahrer-Indien-romantische-Geschichten-Fans noch das folgende Buch (oder Hörspiel) empfehlen: Link: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden

Startbeginn: 20.05.2017

07.05.2017: Der Umbau meines Stahlrosses (E-Bike -> Fahrrad) schreitet voran.
Erkenntnis: Dachte ich bisher, das mein E-Bike Mod schon schwer wäre, aber nach dem „Rückbau“ die Erkenntnis:
Das Teil wiegt auch ohne E-Bike Komponenten immer noch 20 kg 😉

Daraus folgende Schlussfolgerung und Ableitung einer alten Bauerregel:
– Ist das Fahrrad noch zu schwer, muss ein anderer Bauer her – (yeah)

17.05.2017: Immerhin hab ich schon einmal einen Haufen im Wohnzimmer aufgestapelt. Mal schauen was alles mitgeht. (den Saustall erspare ich euch lieber)

19.05.2017: Wie jetzt? Vorne oder hinten?

Manchmal tu ich mich mit der Verteilung des Gewichts schwer:

 

 

Mal vorne,

 

 

 

 

 

mal hinten…

 

 

aber egal wie man packt, am Ende des Tages passt immer irgendetwas nicht.
Daher freue ich mich über meine einzigartige Gabe der stoischen und unbekümmerten Gelassenheit denn ich weiß, das es am Ende des Tages doch eh egal ist.

In ein paar Stunden geht es los und es gab schon einige Pannen, die normalerweise andere dazu bewegen würden, die Reise nochmals zu überdenken. Aber jetzt ist der 35kg Bolide gepackt, jetzt geht es los.

Update: 4 Stunden bevor es losgeht und das Grauen kehrt zurück…

… aber nur, weil ich nach langer Zeit mal wieder mein Gewicht betrachten durfte.
Nicht das ich ein Problem mit meinem Gewicht habe würde, 150kg Gesamtgewicht hält mein alter Drahtesel schon aus 🙂

Anstatt euch jetzt mit meiner unansehnlichen Plauze zu konfrontieren präsentiere ich euch lieber das geglättete digitale Ergebnis der letzten Wochen:

Das soll mal jemand sagen ich sei nicht gläsern… Mal gucken wie das nach 2 Wochen ausschaut 😉

20.5.2017 Auf nach Kiel und Knastkoje

Zu den Fruehaufstehern gehörte ich ja bekanntlich nicht, aber es hilft nichts, der Weg ist weit. Also den Rest ins Auto geschmissen, und rauf nach Kiel.
10 Stunden später bin ich in Kiel, habe das Auto abgegeben, bin zu den Ostseehafen aufgebrochen und um ca. 18:30 auf die Fähre Kiel -> Kleipeda eingecheckt.

Anschliessend habe ich die heimelige Knastkoje auf dem Dampfer bezogen…

Aufgrund akuter Platzprobleme in meiner Knastkoje bin ich dann noch eine Weile planlos auf dem mittlerweile fahrenden Dampfer umhergelaufen. Irgendwann habe ich mir dann so ein litauisches „Leuchtturm“ Bier gekauft, das ich als ausgetrockneter Landstreicher reinschüttete wie Limonade.

5 Minuten später habe ich dann wohl wie 2 volle Leuchttürme ausgeschaut, was wohl zur Belustigung der größtenteils anwesenden Fernfahrer (die sich nach ihrer Kleidung zu urteilen schon „Bett-Fein“ gemacht hatten) beigetragen hat.

Als ich dann später wieder meine Knastkoje bezogen habe, ging es nur noch darum wer als erstes einschläft – mein Nachbar oder ich.

Denn gefühlte 100 Dezibel Bäume sägen kann nur der eine – oder der andere gewinnen. (Nachdem ich am nächsten Morgen (Hüstel, meine natürlich Mittag)  sehr gut ausgeschlafen aufwachte, habe ich wohl das Rennen gegen meine Zellengenossen gewonnen.

21.05.2017 Rückblick in die Seele

Nachdem ich noch gegen Mittag mit den Fernfahrern in der Kantine gegessen hatte (die Fernfahrer waren, dem Augenschein ihrer gemütlichen Kleidung nach, nach dem Essen gleich wieder ins Bett gegangen) bin ich um knapp 17 Uhr angekommen. Schnell noch kurze 10 Kilometer zum Campingplatz gehottet, Zelt aufgebaut und … Geärgert.

Viele Jahre hat mich mein altes geliebtes Salewa Santa Fe Zelt durch die Welt begleitet. Eine Woche vor Abreise hatte ich allerdings die wahnwitzige Idee, mir noch ein neues Zelt und einen neuen Schlafsack im Internet kaufen zu müssen.

Außen schaute das neue Zelt (mal von der neongrünen mehr als auffälligen Farbe) genauso aus wie mein altes Salewa Zelt. Aber es ist 20cm tiefer und 20cm kürzer. 🙁

Doofe Situation, 2 Faktoren die sich mit knapp 2m Körpergröße als ungünstig herausstellten. Aber man muss auch das positive dabei sehen, jetzt kann ich beim Schlafen schön die Zeltwand knutschen und beim einsteigen ins Zelt kommt das durch die 20cm tiefere Apsidenhöhe einer Yoga- Übung gleich, was bei mir ins Zelt- einsteigen unweigerlich aus schaut, als würde ein Roboter versuchen Aerobic zu machen. Vielleicht kann man das auch als neue Yoga Figur etablieren, namentlich erstmals erwänt mit ..“wie ein Hund beim Sch…“ hüstel. Entschuldigung.

Achja, da war auch noch der neue XL Schlafsack.
Oki, ich bin nicht der dünnste, aber dieser XL Schlafsack ist kleiner als mein alter nicht XL Schlafsack. Heute ist XL auch nicht mehr das was es mal früher war….

Jahrelang hab ich mein altes Salewa Zelt und meinen alten BW Schlafsack durch ganz Europa geschleift, auch weil ich zu geizig war was neues zu kaufen..

Jetzt hab ich mal was neues gekauft und jetzt muss ich mich quer ins Zelt einspreizen um nicht immer der Zeltwand Hallo sagen zu dürfen.. Tja, egal wie man es macht….

Zumindest haben die, denen ich meine alte Campingausruestung gespendet habe, jetzt was gescheites 🙂

22.05.2017 Feindkontakt mit einer Amazonen Radlergruppe

Heute bin ich nach „Nicht da“ gefahren. Das ist der letzte Zipfel Litauens, das mit der Kurischen Nehrung an Russland grenzt. Ausser das ich meinen Hintern nicht mehr spüre, für die 60 km mehr oder weniger den ganzen Tag gebraucht habe, wurden ich auch noch hämisch beim eintreffen am Campingplatz von der amazonisch wirkenden Frauen-Radlergruppe begrüßt, die mir schon auf dem Dampfer unangenehm aufgefallen ist.
Ich hatte aber noch Welpenschutz bei den Damen, denn als alleinreisender Herr hatte ich aus unerklärlichen Gründen mehr Sympathien bei den Damen als die 2 Macho Radfahrer die uns gleich von Beginn an überholt hatten.

Nun, also bin ich hier in Litauen und es ist auf der kurischen Nehrung sehr schön, auch wenn ich quer in meinem „Zwei-Mann-Zelt“ liege, und mich samtige 10 Grad in meinem Sommerschlafsack umstreicheln.

23.05.2017 Sandpiste /  Ölstrasse, Monstertour bis in die Nacht

Rückfahrt über das Haff (Lagune) nach Klaipėda.

Lustige Fähre, ein paar Kilometer Rad schieben und nächtliche Hoellentour nach Claidepda bei 8 Grad. 22 Uhr Campingplatz erreicht.

24.05.2017 Kalt, aber Kommune 1

Echt zu kalt um im Zelt zu schreiben -Stop-

Lettland spät abends erreicht. -Stop- Campingplatz außerhalb -Stop- Erinnert an Kommune 1 -stop-  Vielleicht bleibe ich hier.. -stop-

25.05.2017 Kontakt mit einer Dame

Heute ist nichts sonderliches passiert.
Allerdings hätte mich beinahe eine Elchdame ueberrannt, die uns wohl nicht kommen sehen hat. Mächtiges Tier, auch wenn ich nur den netten Hintern der Dame betrachten konnte und das Beben des Asphalts, als sie kurz vor mir über die Strasse donnerte..

Ich musste in Liepāja ein Foto einer orthodoxen Kirche machen, irgendwie hatte mich diese goldene Glänzende Kuppel von der ferne angezogen wie das Alupapier die Elster. 🙂

Kaum hatte ich mein Smartphone gezueckt eilte auch schon ein Pope wallenden Schrittes herbei, was mich fluchtartig die Stätte des Friedens verlassen ließ.

Auch mit der Mentalität der Leute komm ich langsam zurecht. Einfach mal  „nicht lächeln“ ist hier die Devise um ernst genommen zu werden. Also bloss nicht höflich laecheln, das kommt nicht gut an. Auch Hilfsbereitschaft ist wohl eher unueblich. Dieses Land ist fuer mich ungewollt eine SST (Selbstsicherheitstraining), und hätte ich das hier schon vor knapp 25 Jahren gemacht, hätte mich die Schauspielschule damals auch aufgenommen.

Sollte ich also auf dem Rückweg wieder mit der Fähre fahren, werde ich mein Klitschko Gesicht aufsetzen, meine Jogginghose bzw. Schlafanzug zum Abendessen anziehen, das T-Shirt in die Jogginghoise stecken und meinen Zellen / aehh Kojengenossen bitten, mir 2 seiner weissen Tennissocken auszuleihen. Dann werde ich wahrscheinlich erst genommen.

Heute bin ich nach über 70km an einem kleinen Hafen gestrandet, der wohl nebenbei auf der Fläche davor seine Dienste als Campingplatz anbietet. Erinnert mich aufgrund der Container an eine Großbaustelle im Tiefbau, wo ich mal in den 90ern mit Polen zusammen gearbeitet und viel Spass gehabt habe. 🙂

Freitag 26.5.2017 Ende der ersten Woche

Vor einer Woche ging ich wohl um diese Zeit kurz schlafen um in ein paar Stunden wieder aufzustehen und die Reise anzutreten.

Hier mal die Bilanz der ersten Woche:

– Campingplätze unabhängig vom Zustand zwischen 5-10€ pro Nase
– Essen im Supermarkt ca. 20-30% günstiger
– Häufig eisiger Wind aus Nord, ohne Wind schon mal tagsüber 20 Grad, nachts 3-8 Grad
– Die hiesigen Mücken sind auch bei 8 Grad noch recht munter.

– Kollateralschäden einer Woche:
1 x Platten,
1 x defekt am Ständer, Fahrrad mit Gepäck einfach zu schwer
– superDupa Plattformpedal (neu) hat schon wieder Lagerschalen

Ansonsten:

Ich bin begeistert von Lettland, (soweit ich das als reiner Ueberlandradler so sagen kann) manchmal erinnert es an Schweden,  wunderschöne Landstriche, Ortschaften, verwunschene Tante Emma Läden. Die Leute können meist englisch und auch irgendwie meist besser als ich, sie sind mir sehr sympathisch.

Highlight des Tages war neben dem Platten und den Material-Ermuedungserscheinungen meines Ständers eine Ameisenstrasse, die leider auf dem Foto nicht so spektakulär rueberkommt aber sehr interessant zu beobachten war..

Hier mal so eine typische  Touraufzeichnung meines Garmins von heute:

https://connect.garmin.com/modern/activity/1760287380?share_unique_id=2

Samstag 27.5.2017 Treffpunkt Kolka, Ostsee meets Baltisches Meer

Wie immer bin ich relativ spät losgefahren, konnten aber einen echt guten Schnitt rausfahren, den ich hatte Rückenwind wie der Teufel und wurden von keinen Sehenswürdigkeiten wie Supermärkten oder etwaigen Fresstempeln abgelenkt.
85 km später bin ich dann in Kolka angekommen, wo sich das Baltische Meer mit der Ostsee trifft.

Sehr romantisch am Abend, auch wenn die Baueme im Meer Zeuge davon sind:
– das dass Meer gibt – und das Meer nimmt.

Einen bitteren Nachgeschmack hatte die heutige Jetstream Performance Tour natürlich auch: Hier hatten schon alle Supermärkte zu.

Glücklicherweise hatte ich auf dem Dorf noch eine Dame am Wegesrand mit einem alten Campingtisch und Sonnenschirm sitzend angetroffen, die geräucherten Fisch feil bot. Also 3 Dicke Stücke Lachs und Makrele fuer 4€ in die Tüte und der Tag war gegessen 🙂

Sonntag 28.5.2017 kurz vor Riga

60km vor Riga. Wetter wie in Italien, 32Grad. Die ersten 500km sind geschafft. keine Vorkommnisse.

5 Flüsse Radtour 2015

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Veröffentlicht unter Radeln

Radeltour auf den Spuren der Römer – Via Claudia Augusta

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