Radeltour auf den Spuren der Römer – Via Claudia Augusta

Hier ist der ultimative Live-Ticker aus dem Zelt, wenn schon alles schläft.

Beschreibung
Wieder versuchen Marci P. und Mr. Incredible gegen alle Vernunft zwei Wochen mit Radl und Zelt die Welt unsicher zu machen.

Haftungsausschluss
Rechtschreibfehler und grammatisches Wirrwarr sind gewollt und stellen keine Qualitätsmängel dar.
(Schließlich war Wassereinbruch im Fahrerraum meines Landrovers auch kein Mangel laut Bedienungsanleitung – und wenn so was Landrover schreiben kann – kann ich mich auch von meinen Rechtschreibfehlern distanzieren 🙂

Ziel
Auf den Spuren der alten Römer, auf der Radlautobahn „Via Claudia Augusta“ soweit wie möglich immer linke Schulter an der Adria Richtung Rom entlang.

Inspiration war dieses YouTube Video:

Erkenntnis
Gegen alle Vernunft, weil wir Bürohengste uns spätestens ab den zweiten Tag aus Erfahrung der letzten Jahre wünschen würden, jetzt auf „Malle“ zu sein, mit einem Cocktail in der Hand und der Sonne auf den wohl genäherten Ranzen.

Nun ja, fangen wir aber von vorne an…

3.9 Tag der Abreise.

Ich habe natürlich wie immer keine Zeit gefunden, zuvor mal vernünftig mein Radl zu checken und die Klamotten zu packen. Also früh aufgestanden, alles vom letzten Jahr aus allen Ecken zusammen gekruscht und eilig gepackt. Dann ging es um 11.00 Uhr mit dem Drahtesel nach Tutzing, rein in den Zug und auf nach Ehrwald von wo unsere Tour startete.

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Von dort ging es dann größtenteils auf einer Mountainbike Strecke zum Fernpass Richtung Reschenpass. Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, daß wir dort mit unseren „Reise-Rädern“ etwas ungünstig platziert waren und die mitleidigen Blicke der spartanisch ausgestatteten Mountainbiker auf uns zogen, als wir – wie die Esel zu Römers Zeiten – den Kopf hängend und wahrscheinlich weitreichend sichtbar mit rotem Ballon die 300 Höhenmeter hochschoben.

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Das Ende waren dann 17km und somit wahrscheinlich der traurigste Rekord unserer bisherigen Tagesetappen der letzten Jahre.

Am Fernsteinsee haben wir dann einen schattigen Campingplatz unter einer Burgruine gefunden…

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… wo es sich gleich ausgezahlt hat, das ich nur 3 T-Shirts und ein langes dünnes Fleece mitgenommen habe.

Genaugenommen habe ich das Defizit mit meinem alten 39,95€ Sommer-Schlafsack zu kompensieren versucht und mir bei 10 Grad warme Gedanken gemacht. Nachts bin ich dann ein paar mal aus dem Zelt gerummpelt um nicht als vermeintlicher Ötzi in seiner altertümlichen Behausung aus dem Eis geschlagen zu werden.

Schon ärgerlich, wenn man(n) dann um 1 Uhr nachts tiefe wohlige Brummgeräusche aus dem Nachbarzelt hört die sicherlich auch dem 200€ Daunen Schlafsack geschuldet sind…

4.9 Die Nacht hat ihre Schuldigkeit getan…

Nichts ist schlimmer als eine durchzechte Nacht. Noch schlimmer, wenn man keine Zeche gemacht hat, also nur ein „durch“ hat. Wir sind heute an Imst vorbei, immer am Inn entlang an Landeck vorbei und dort kurz vorm Reschenpass angekommen. Die beschwerliche Nacht war natürlich nicht ohne Folgen. Neben meiner ramponierten Schreibehand (die den letzten Wochen harten Arbeitens geschuldet sind) hab ich mir auf den ersten Kilometern auch noch die Schulter verrissen. Mr. incredible massierte mir gelegentlich mitleidig die Schulter, was ein Pärchen, das unseren Weg kreuzte – weltoffen wohl mit sexuelle Praktiken unter Männern und einem wohlwollenden Augenzwinkern kommentierte. Zumindest sind wir heute nach unzähligen Pausen weiter gekommen. 55km und 400m runter und 400m wieder rauf. 😕

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Jetzt liege ich wieder in meiner Dackelgarage, in meinen kuscheligen Schlafsack bei immerhin 13 Grad und wärme mich mit meinem alten Tablet PC und heller Hintergrundbeleuchtung und natürlich allen Funkverbindungen an. (Das machen auch manche Vögel, ich meine im Winter, auf den Gigahertz Richtfunkantennen sitzen) Das ist dann quasi wie eine Wärmeflasche und ist auch schön.

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5.9 Kurz vor dem Reschenpass – Regen

20km sind wir gerade weit gekommen. Genaugenommen sind wir in Prutz. oder so ähnlich. Kalt und nass..
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Ich überleg mir gerade, aus welcher Legierung die Helme der Römer wohl gewesen sein mögen. Irgendwie stell ich mir gerade eine Karawane von Römern mit hängenden Köpfen und rostigen Helmen vor..

Gefühlte 2 Stunden später gab es dann ein regenfreien Lichtblick und wir fuhren weiter. 10 km später schüttete es wieder wie aus Kübeln und wir machten eine unfreiwillige Rast an einem stillgelegten Gasthof in der Schweiz.
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Nachdem der Regen nicht aufhörte (und wir uns wieder 2 gefühlte Stunden die Füsse noch platter gestanden haben) wurde es langsam schon recht spät zum weiterfahren und wir überlegten 10km bergab zurück zu einem Campingplatz in Österreich zu fahren. Wir fuhren dann doch in Regenmontur weiter und erreichten irgendwann mal den Schweizer Ort Martina. Dort nahmen wir dann wegen des Regens und später Stunde den Shuttlebus über die Norbertshöhe mit ihren 11 Spitzkehren.

Glück im Unglück: Die Norbertshöhe ist definitiv nichts für untrainierte Coachpotatoes wie mich und auch nichts für Lastentransporte auf Fahrrädern. Wir hätten dort garantiert 2 Stunden gelassen, wenn wir überhaupt lebend angekommen wären. Gegen Abend erreichten wir dann Nauders und den Campingplatz.

6.9 Reschenpass und Sonne

Die gestrigen Strapazen haben angestrengt, entsprechend spät sind wir aufgebrochen. Am Reschensee vorbei (ich huldigte dem Sonnengott)
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mit immer besser werdenden Wetter Richtung Stilfzer Joch. Gelandet sind wir dann am Abend in „Naturs“. 71km später und min. 800m Höhenverlust.

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7.9 Egna Kurtatsch, Polizei und Camping am Wasserfall

Der Morgen ging ein, wie jeder Tag in einem Wandersleben. Raus aus der Dackelgarage, Knochen sortieren, Duschen, und rauf aufs Bike.
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Wir fuhren Richtung Algund und ich erinnerte mich aus alten Tagen an Onkel Taa und den Gasthof Ruster. Ich erzählte Mr. Incredible von den traumhaften Spaghetti frutti di mare die ich beim Ruster vor vielen Jahren gegessen hatte. Dann gab es kein halten mehr und wir donnerten ins Tal. Wir aßen wunderbare Spaghetti mit zünftiger Musik und fuhren 2 Stunden später weiter.

Gegen Abend kamen wir an einem SelfService vorbei. Das ist quasi ein MC Donalds vom Land. Dort hab ich mir gleich als dehydrierter Landstreicher ein paar selbstgepresste Apfelsaft reingezogen. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten, aber anders als damals in Polen musste ich nicht fluchtartig mit zusammengekniffen …. die Strasse verlassen um auf einem Feld das schlimmste zu verhindern..
Ratschlag auf Radeltouren: Keine Experimente mit irgendwelchen nicht einschätzbaren essbaren Dingen, vor allem wenn weit und breit keine Toilette zu finden ist..

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Nachdem wir um 18 Uhr von einem Campingplatz abgewiesen wurden (angeblich zu voll, oder sie haben uns nicht genommen, weil wir wie zwei abgerissene Landstreicher ausgeschaut haben) fuhren wir mit guten Mutes (Mr. incredible schimpfte wie ein Rohrspatz) zum nächsten Campingplatz „Am Wasserfall“.
Klar, das der Name „Am Wasserfall“ nichts verheißungsvolles bedeuteten konnte und wurde somit entsprechend von meinem Leidesgenossen beim Aufstieg kommentiert. Als wir uns dann dort „hochgequält“ hatten, fanden wir nur einen Wasserfall, ein aufgebrochenes Auto aus Weilheim, zwei missmutig uns musternden Polizisten – und einen seit Jahren verwilderten Campingplatz vor.
Jetzt war es verdammt spät und wir heizten mit letzten Kräften 10km in die Dunkelheit zum Campingplatz in Egna. Dort durften wir auf dem Kinderspielplatz übernachten, der etwas roch als wären im Sandkasten nebenan Windeln vergraben worden. Aber wir waren nach 75km dankbar für alles. Der Campingplatz war schön und wir wurden trotz später Stunde sehr herzlich aufgenommen. Top!

View vom Windelgrab:
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8.9. Auf dem Weg nach Padova

Wir radelten ohne grosse Vorkommnisse weiter an der Etsch (Fluss) entlang, bis uns gegen Abend aufgrund der Distanz zu den Campingplätzen nicht viel weitere Auswahlmöglichkeiten blieben. (Gardasee wollten wir nicht)

Vorbei an Kaltern:
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Später verließen wir dort die Via Claudia Augusta und stiegen in Trento in den Zug gegen Padova, wo wir nach 3 Stunden Bummelzug und einmal umsteigen in Montegrotto Therme einen Campingplatz fanden.

9.9 Raus aus der Stadt mit den qualmenden Gullidecken und auf nach Chioggia..

monte grotto war auch der Campingplatz. Stiel der 70er DDR Bauten und zu aller Überfluss auch noch so ein Dingklo. Meine damit so ein Ding wo man sich irgendwie draufstellen muss. Holla die Waldfee, da gibt es mehrere komplizierte Sachen gleichzeitig zu beachten, ohne Anleitung für man(n) unmöglich.
Jaja, in Hocke gehen, Hose versuchen.. …
…mach mal – wenn die Beine Gummi sind und du einen flotten hast… Jaja…

Am morgen trieb uns die Sonne früh aus den Zelten und wir waren somit schon halbwegs zeitig unterwegs, aßen unterwegs Trammezini mit Thunfisch und Silberzwiebeln. Es gab auch heute keinen Grund zur Beanstandung, außer vielleicht das es etwas heiß war, die geplanten 40 km dann doch wieder fast 70 wurden und das ich jetzt definitiv keinen Hintern mehr habe auf dem ich sitzen kann.
Ich kann auf jedem Fall jeden Wahnsinnigen empfehlen bei 36 Grad zu radeln, das macht die Poren rein und den Hintern glatt…
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Im Meer stinken Socken nicht…
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Am Abend haben wir dann noch recht gut in dem 4 Sterne Camping gegessen.

Update 2:30: Über uns steht seit 2 Stunden ein mächtiges Wärmegewitter und es schifft als würde jemand direkt die Eimer über meiner Dackelgarage entleeren. Vor meinem Innenzelt ist ein kleines Biotop entstanden. Ich beobachte abwechselnd zwischen Handtuch auswringen mit Spannung ob meine Schuhe schwimmen können. Ich muss mal fragen, wie das mit der Regen Dichtigkeit von Zelten so war. (Nennt sich Wassersäule) Ich glaube, ich hab das immer falsch verstanden.. Nicht die Wassersäule aussen wird damit gemessen, sondern wohl die Wassersäule die in einem gewissen Zeitraum nicht mehr aus dem Zelt läuft..
Ich überlege gerade ernsthaft Löcher in den Zeltboden zu schneiden…

Aber ich hab ja immer Glück im Unglück:
Die Ameisenstrasse die heute meinte, unbedingt den Weg durch mein Zelt nehmen zu müssen ist jetzt sicherlich 200m weiter ins Meer gespült worden..
ZacksenDi jucken meine Beine…

10.9 Strandtag

Heute bleiben wir hier und machen Strandtag. Alles toll, alles schick. Bis um 17 Uhr an so einem überteuerten Sonnenschirm gelegen und richtig gefaulenzt. Dann in das nächstgelegene Restaurant gegangen, wo es dann sowas wie Chicken Wings gab, hat nicht so gut wie Kentucky geachmeckt, war aber dafür 3x so teuer. Ich musste Mr. Incredible abhalten das er den ganzen Laden zusammen schlägt. (Meinte etwas von einer Schande für die italienische Küche)
Ich sollte umsichtiger mit den Essensrationen für Mr. während der Tour sein, damit am Abend keine ähnlich gearteten Zwischenfälle auftreten.

Das trommeln (Regen) hat übrigens um 6 Uhr aufgehört, Wasser schöpfen um 3 Uhr morgens.
Mr. Incredible hat mal wieder einen Platten..
Aber alles wird gut. Morgen geht es weiter Richtung Ravenna.

11.9. Kurz vor Ravenna
Heute ging es um 10 Uhr weiter, Mr. Incredoble bugsierte uns heute gekonnt abseits der Hauptverkehrsstraßen Richtung Ravenna, genaugenommen Lido di Spina.
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Wir hatten heute gut Rückenwind, hätten auch noch locker 100km voll machen können. Allerdings sind wir eh viel weiter gekommen, als wir es geplant hatten, so sind wir schon um 17 Uhr auf einen schicken Campingplatz mit hohen Pinien eingekehrt.
Wir scheinen schon die letzten Urlauber zu sein, die ganzen Strandbars, Sonnenschirme und Restaurants sind leer. Sehr gespenstisch, da man aufgrund der Größe der Sonnenschirm-Areale drauf schließen kann, das hier vor einem Monat noch der Bär gesteppt hat.

12.9 kalt, nass und zugesch… Zelt…

Der morgen fing damit an, das mich Mr. Incredible um 9 Uhr weckte. Ich hatte scheinbar schlecht geschlafen, bzw. auf irgendetwas geschlafen , was mit einen sehr zerknitterten Gesichtsausdruck bescherte. ( ähnlich den Abdrücken einer Tastatur, auf der man nach einer übernächtigten Programmiersession eingeschlafen ist). Dann haben zu aller Überdruss Tauben, die über mir in einer Pinie genistet haben nichts besseres zu tun gehabt als mein Zelt die ganze Nacht zuzuscheissen. (Ich habe die Einschläge gehört, aber leider als fallende Zapfen fehlgedeutet) Das nasse Zelt mit verschmierter Sch… also eingepackt und dann ging es um 10 Uhr los. Den ganzen Tag verfolgten uns Sturmböen bei heimligen 13- Grad, bis wir dann mal um 20 Uhr und über 80km später den Campingplatz in Cesenatico ca. 25km vor Rimmini ansteuerten.

Hab ich schon erzählt wie es sich anfühlt, ein verschmiertes feuchtes Zelt aufzubauen?
Oh Herr, lass heute Nacht einen Sturm über uns ergehen.. (Ich kann die mitleidigen Blicke der anderen Camper nicht mehr ertragen, wenn sie an meinem Zelt vorbeilaufen..)

Dafür haben wir heute abend wieder gut gegessen 🙂

Hier noch ein paar Bilder..

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13.9 Rimmini

Abreise war unbeschwerlich, meine Gebete wurden allerdings nicht erhört. Also habe ich am morgen mein Zelt grösstenteils von den feucht- fröhlichen Otto des Tauben-Abgangs gereinigt. Der italienischen Wohnmobil-Mama gegenüber hat wohl der abgemagerte Landstreicher mit dem zugesch… Zelt leid getan, sie hat uns 2 Espresso rübergebracht und uns später noch zum Essen eingeladen, was wir aber leider ausschlagen mussten, da wir weiterfahren wollten. Wir haben uns direkt an der Uferstraße bis kurz hinter Rimmini durchgeschlagen, brutale 20km im Schneckentempo, an den nicht mehr endenden Fresstempeln, Klamottenläden usw. vorbei.

Um 14 Uhr haben wir den nächsten Campingplatz aufgesucht und sind dann direkt zum Strand. Danach haben wir noch in einer Osteria gegessen und das wars auch schon für heute..

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14.9 Torrette Syndrom und ein Dimezzo

Hatte ich neulich noch was von Cochpotatoes gesagt und der mörderischen Norbertshöhe? Aufgehoben ist nicht aufgeschoben, hat sich wohl die Norbertshöhe hämisch gedacht, als wir bei Starkregen mit dem Shuttlebus abkürzten. Heute hat es uns dann doch noch voll mit Höhenmetern erwischt. Wir sind über den Klippenkamm Gabicce Monte gefahren. Der hatte es in sich, ging raue und runter und wurde beim Castello Dimezzo mit herrlichen Ausblicken belohnt.
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Zumindest wurden wir johlend von den Rennradlern angefeuert, als wir wieder mal wie die Esel bei 30 Grad und schwitzend wie die Schw… im Schneckentempo die Serpentinen hochkrochen. Am Abend sind wir dann im Ort Torrette angekommen, wobei Mr. Incredible schon im Vorfeld das ganze Vokabular, das man im allgemeinen mit dem Wort Tourette verbindet breitbandig auf den Serpentinen losgeworden ist. 68km, einige Höhenmeter und 2700 Kalorien verbrannt…
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15.9 Badetag
Extrem faulenzing am Meer…

16.9 Ancona und Zug nach Bologna
Auch heute gab es keine sonderlichen Vorkommnisse. Wir fuhren knapp 50km bei besten Wetter gegen Ancona.
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Von dort nahmen wir den Zug nach Bologna. Gegen Abend sind wir dort angekommen. Der Campingplatz ist mitten in der Stadt. Im Camping Restaurant wurden wir keines Blickes gewürdigt worauf wir nach einer halben Stunde wieder gingen. Somit haben wir heute gezwungenermaßen ein bisschen Fastentag eingelegt was u.A. mit einem etwas ausgefallenen Wortschatz seitens Mr. kommentiert wurde. Morgen machen wir wahrscheinlich sightseeing und schlagen uns dann langsam nach Hause durch…

17.9 Sightseeing auf dem Weg nach Stalingrado

Heute haben wir Sightseeing in Bologna gemacht. Das heißt, erst mal 5km auf der via Stallingrado in die Innenstadt gelatscht.
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Dann sind wir den halben Tag ziemlich planlos durch die Innenstadt geirrt, haben gegen Mittag teuer eine Pizza Margherita gegessen und später einen Aperol Spritz getrunken. Mr. Incredible war dann halbvoll wie eine Haubitze und musste sich unbedingt an diesen Turm lehnen. Jetzt ist der Turm schief wie der von Pisa. Es versteht sich von selbst, dass wir uns entsprechend schnell aus dem Staub gemacht haben.
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Damit wir langbärtigen besoffenen Landstreicher für dieses Malleur nicht zur Verantwortung gezogen würden, sind wir schnell zu einen Babiere rein. Ich versuchte dem indischen Friseur klarzumachen, dass der Bart runter muss. Zugeben, er hat sein möglichstes getan, der Bart war weg, ich hatte danach Pickel wie ein vorpubertierender Halbstarker. Zu allem Überdruss schoss es mir dann noch eine Art Feuerwasser mit einem Pflanzenbestäuber ins Gesicht das höllisch brannte. Ich denke, dass sie uns auf der Strasse nicht mehr erkannt haben, denn mitleidige Blicke von Passanten hatte ich vorher nicht bemerkt. Ich war froh, das ich dieses rote geschwollene Gesicht nicht selber sehen musste. Auf dem Weg zurück noch schnell in einen Lidl rein, wo ich eine Flasche Wasser zum kompensieren unseres Alkoholpegels kaufte. Blöderweise war der eine Aperol Spritz auch an mir nicht spurlos vorbeigegangen und so hatte ich mit dem Wasser erst mal die Hose von Mr. Incredible unter Wasser gesetzt, was wieder in laute Schimpf Tiraden endete und unser Ansehen bei der Lidl Kundschaft nicht verbesserte. Gegen Abend sind wir dann an einem Volksfest vorbeigekommen, wo ich die Verärgerung von Mr Incredible mit einen Mochqito zu kompensieren versuchte. Dann habe ich mir in meinem Delirium noch ein batteriebetriebenes Massagegerät aufschwatzen lassen und dann sind wir zerstochen von Mücken und jetzt wirklich voll wie die Haubitzen die letzten 2 km zum Campingplatz zurückgelaufen. In gänze kann man sagen, dass bei Männern radeln vielleicht doch sinnvoller ist, als der klägliche Versuch, sich kulturell weiterzubilden zu wollen. Bei Sightseeing sollte man(n) doch lieber seine Frauen mitnehmen. Dann latscht man(n) nicht so planlos durch die Gegend, denn spätestens bei den Gucci Shopping Malls bleiben die Frauen kleben, vielleicht auch den ganzen Tag, aber es werden dann definitiv keine 20 km Fußmarsch, keine platten Füße und nasse Hosen gibt es dann auch nicht..
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Nun ja, manchmal verliert man(n) und manchmal gewinnen die anderen….

18.9 Auf zum Brennerpass

Heute haben wir schweren Herzens den Heimweg angetreten. Wir sind in Bologna um 12 Uhr in den Zug gestiegen und waren um 17 Uhr am Brennerpass. Dort sind wir in 1 1/2 Stunden die knapp 40km nach Innsbruck runtergebrettert. Morgen geht es weiter nach Kufstein.
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19.9 Innsbruck Kufstein und nach Hause

Der letzte Tag war angebrochen. Am Morgen verliessen wir den schönen Camping ausserhalb Innsbrucks und radelten grösstenteils eben die 70km nach Kufstein. Um 17 Uhr nahmen wir den Zug nach München.

Fazit:

Startgewicht: 114 kg
Endgewicht: 102,4 kg

Messung: 15 Aktivitäten
Distanz (geradelt): 850,86 km
Zeit in Bewegung: 48:38:56 h:m:s
Positiver Höhenunterschied: 4.052 m
Ø Geschw: 17,5 km/h
Ø Trittfrequenz (Fahrrad): 62 1/min
Kalorien: 28.915 cal

Route gesamt: (Gerade Linien waren Zugverbindungen)

via Claudia 2014